Politik
Kernenergie - Nach uns die Sintflut?
Zurzeit wird die geplante Laufzeitverlängerung von Atomkraft heiß diskutiert. Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung spricht sich gegen die zivile Nutzung der Kernenergie aus.1 Der folgende Artikel versucht, das Thema Kernenergie kritisch zu betrachten.
Die Kernenergie ist zurzeit noch ein großer Faktor in der Energieversorgung. Der Anteil der Atomenergie am nationalen Strommarkt beträgt 22,6 %.2 Nachtürlich hat die Kernenergie auch Vorteile:
- Nahezu Co2-freie Produktion
- Niedrige Produktionskosten
- Unabhängigkeit des Importes.3
Jedoch sind die Vorteile gegenüber den Nachteilen sehr klein:
- Radioaktiver Abfall kann nicht entsorgt werden
- Fehler in der Bedienung können zu kastastrophalen Folgen führen
- Strahlenbelastung für Anwohner4
Es stellt sich die Frage, wem eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken nutzt. Betriebswirtschaftlich betrachtet hat ein Betreiber Interesse am Betrieb einer Anlage, so lange die Einnahmen die Ausgaben überschreiten. Nach Schätzung des Öko-Institutes beträgt der zusätzliche Gewinn der vier Kraftwerkbetreiber bei gleichbleibenden Strompreisen 57 Milliarden Euro.5 Begründet wird die Laufzeitverlängerung durch mit den Argumenten des Klimaschutzes. Bei der Kernspaltung entstehen keine Co2-Emissionen. Auch wird argumentiert, dass eine vollständige Versorgung durch erneuerbare Energien bis zum Jahr 2050 nicht gewährleistet ist. Übrigens hätte das jüngste Atomkraftwerk Neckarwestheim 2 bis dahin eine Betriebsdauer von 61 Jahren. Auf jeden Fall wird durch Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken eine Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien gestoppt. Teure Nachrüstung in den Sicherheitsvorkehrung sollen beispielsweise über Kürzungen der Zahlungen in den Öko-Energie-Fonds finanziert werden.6 Die Öko-Strom-Branche befürchtet einen Investitionseinbruch.